Beckenbodenbeschwerden

Beckenbodenbeschwerden

Informationen zum Thema Beckenbodenbeschwerden

Buch: Unter der Gürtellinie

Buch: Unter der Gürtellinie

Autor(in): Renate Bruckmann

Unerklärliche Beschwerden im urogenitalen Bereich körpertherapeutisch verstehen und behandeln.

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Radiobeitrag im SR3 vom 28.02.2022

Radiointerview

Radiointerview im SR3 vom 28.02.2022 von Renate Wanninger über die die Pohltherapeutin Renate Bruckmann zum Thema
"Hilfe bei Beschwerden im urogenitalen Bereich".

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Endometriose und muskuläre Ursachen für Menstruationsschmerzen

Viele Frauen leiden während der Menstruation unter starken Krämpfen, Schmerzen und starken Blutungen. Dies kann auf eine Endometriose zurückzuführen sein. Wie bei vielen Themen „unter der Gürtellinie“ sind jedoch auch Regelschmerzen viel zu oft ein Tabu-Thema. Glücklicherweise kommt der Endometriose in letzter Zeit immer mehr Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung zu.

Was ist Endometriose?

Bei der Endometriose verteilen sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut (in Fachkreisen Endometrium genannt) auch in anderen Regionen des Körpers: in der Nähe des Uterus, auf der Blase, auf dem Darm oder den Eileitern. In seltenen Fällen können auch die Knochen und sogar das Gehirn befallen sein. Die Endometrien reagieren dann während der Menstruation ebenfalls und krampfen und bluten gemeinsam mit der Gebärmutter. Das Ergebnis sind heftige Schmerzen, die das tägliche Leben enorm einschränken oder sogar unmöglich machen können. In den USA nennt man aufgrund der häufig auftretenden starken Regelschmerzen auch „the curse“ (der Fluch).

Wie wird Endometriose diagnostiziert?

Um Endometriose zu erkennen oder auszuschließen, ist in der Regel eine Bauchspiegelung erforderlich. Dabei handelt es sich um eine Operation mit mehreren kleinen Zugängen, bei der neben der Diagnose der Endometriose in einem Zug auch die sichtbaren Herde entfernt werden.

Nicht selten stellen sich in der Praxis Bruckmann jedoch auch Frauen mit heftigen Regelschmerzen vor, welche bereits eine Endometriose-OP hatten. Wenn nach der Operation keine Besserung eingetreten ist, kommen andere Ursachen für die starken Regelschmerzen in Betracht. Auch ist es möglich, vor einer Operation eine nichtinvasive Diagnostik und körpertherapeutische Maßnahmen wie die Pohltherapie auszuprobieren, um zu überprüfen, ob dies bereits eine deutliche Besserung bewirkt.

Muskuläre, verspannungsbedingte Ursachen für Regelschmerzen

In der Schmerztherapie in unseren Praxen in Saarbrücken oder Deidesheim stellen wir oftmals fest, dass die individuellen Regelschmerzen unserer Patienten oft muskuläre Ursachen haben. Genauer handelt es sich dabei um myofasziale Ursachen, also Muskeln (griechisch myus) und Faszien (Bindegewebe), welche so sehr von Dauerkontraktionen betroffen sind, dass starke Krämpfe und Schmerzen entstehen.

Welche Rolle spielen die Hormone bei starken Regelschmerzen?

Weil die Hormone im Zyklus auf den ganzen Körper wirken und nicht nur auf die Gebärmutter, können die Hormone auch Beschwerden in den Muskeln und Bindegeweben von Unterbauch und Beckenboden auslösen oder verstärken. Dann wirken die Hormone wie ein Booster für die Verspannungen in den Geweben und es kommt zum monatlichen „Fluch“. Dagegen hilft dann auch keine Operation.

Was kann man tun gegen Regelschmerzen?

Der erste Schritt ist immer, organische Ursachen durch den Gynäkologen oder die Gynäkologin abklären zu lassen. Sind die Regelschmerzen nicht auf eine mögliche Endometriose zurückzuführen, dann können folgende Maßnahmen den monatlichen Schmerzen entgegenwirken:

Regelmäßiger Sport

Wer je starke Regelschmerzen hatte, weiß, dass man damit aufs Sofa möchte und sonst wirklich nichts und das ist auch in Ordnung so. Sport außerhalb der Regel zu betreiben, kann jedoch helfen: denn die Bewegung sorgt für gut funktionierende und lockere Muskulatur außen und innen im Becken und damit tun Sie auch etwas gegen Regelschmerzen. Einige Patientinnen berichten, dass leichte Schmerzen während der Regel sich durch Bewegung wie langsames Joggen, Gymnastik oder Yoga bessern. Das ist nicht verwunderlich, verbessert sich doch dadurch die Durchblutung und das Blut kann schneller abfließen, so dass „die Tage“ sich sogar oft verkürzen. Das können diejenigen, die nicht so stark von Beschwerden betroffen sind, auf jeden Fall ausprobieren.

Yoga

Yogaübungen helfen erstens wegen der schon genannten Bewegung und zweitens tragen sie durch Atemübungen und Entspannungen zu einer vertieften Bauchatmung und mehr Lockerheit in Becken und Unterbauch bei. Das kommt dann dem Gewebe während der Menstruation zugute. Außerdem helfen Atemübungen mit Schmerzen besser fertig zu werden und es ist gut, sie zu üben wenn man gerade keine Schmerzen hat, dann kann man darauf zurück greifen, wenn man sie hat.

Magnesium

Es kann hilfreich sein, Magnesium zu nehmen und zwar drei Tage vor der Periode und noch drei Tage lang darüber hinaus. Das hilft nicht sofort, wie ein Schmerzmittel, sondern auf die Dauer. Da die Einnahme keine Nebenwirkungen hat, sollten Sie es einfach ausprobieren. Lediglich bei Gesamtdosen von über 500 mg am Tag kann es Durchfall geben, der wieder aufhört, wenn man die Dosis reduziert. Also drei mal am Tag je 150 mg Magnesium drei Tage vor bis drei Tage nach der Periode nehmen. Einfach mal ein paar Zyklen lang testen, wenn Sie zu den Frauen gehören, bei denen es wirkt, Glückwunsch!

Himbeerblättertee

Bekannt aus der Geburtshilfe, wo er einen weichen Damm machen soll und deswegen zur Geburtsvorbereitung am Ende der Schwangerschaft eingesetzt wird, kann er in der zweiten Zyklushälfte bis kurz nach der Periode getrunken werden. Er lockert die Beckenmuskulatur, wirkt krampflösend und entspannt die Muskulatur des Uterus. Sein Eisengehalt kann helfen, einen Eisenverlust durch die Blutung ausgleichen. Er schmeckt etwas bitter und nicht nach Himbeeren, eine Tasse täglich ist aber trinkbar. Es gibt ihn in Reformhäusern und Apotheken und natürlich im Internet.

Wärme

Dass eine Wärmflasche beim Entkrampfen hilft, wissen die meisten. Von einer meiner Töchter habe ich gelernt, ein Wärmepflaster, wie es für Nackenschmerzen eingesetzt wird, auf den Unterbauch zu kleben, hilft genauso und ist für unterwegs eine super Sache.

Schmerzmittel

Schmerzmittel wie das Mittel Ibuprofen wirken, indem sie die Synthese von Prostaglandinen (die für die Krämpfe) verantwortlich sind, hemmen. Man sollte sie jedoch schon einen Tag vor der Periode nehmen, da dann von Anfang an weniger Prostaglandine gebildet werden, was das Entstehen der Krämpfe verringert. Keinesfalls sollten Sie Schmerzmittel nehmen, die Acetylsaylicylsäure (ASS) enthalten (z.B. Aspirin). Sie wirken nämlich blutverdünnend und das kann die Blutung dann noch verstärken. Da Aspirin eine ganze Woche lang blutverdünnend wirkt, gilt: eine Woche vorher kein ASS nehmen bei schmerzhaften und starken Blutungen.

Körpertherapie

Mit körpertherapeutischen Verfahren wie der Pohltherapie können Dauerverkrampfungen im Becken und Unterbauch gelockert werden. Geeignete Übungen gegen starke Regelschmerzen für zu Hause ergänzen die Behandlung. Wichtig ist es außerdem, Alltagsgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen. Wer ständig mit angezogenen Knien auf dem Stuhl oder Sofa sitzt oder die Beine chronisch übereinanderschlägt, muss mit Verspannungen in der Unterbauch- und Hüftmuskulatur rechnen. Diese können sich auch außerhalb der Periode bemerkbar machen, zum Beispiel beim Aufstehen vom Stuhl oder Bett.

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Welche Muskeln können Regelschmerzen auslösen oder verstärken?

Bei heftigen Regelschmerzen kann so ziemlich alles an Muskulatur„unter der Gürtellinie“ verspannt sein. Besonders im Fokus stehen dabei die folgenden Muskeln und Muskelgruppen:

a) Die schrägen Bauchmuskeln und ihre Bindegewebe (Faszien)

Sie bilden die muskulären Bauchwände, bis in die Flanken und bedecken sogar einen Teil des Rückens. Sie geraten in Dauerspannung, bei ständig übereinander geschlagenen Beinen, verdrehtem Sitzen oder Stehen. Häufiges Tragen von Kindern, schweren Handtaschen auf einer Körperseite, mögen sie ebenfalls nicht und reagieren mit Dauerspannung und Triggerpunkten (schmerzhafte Druckpunkte in einem verspannten Muskelfaserbündel). Auch das Stehen auf Stand und Spielbein macht ihnen zu schaffen.

b) Die geraden Bauchmuskeln

Sie laufen vom Brustkorb ungefähr auf der Höhe auf der Höhe der Brustwarzen gerade nach unten bis zum Schambein und sind in etwa so breit wie vier Finger. Ihre Dauerspannung verursacht eine zusammengesunkene Haltung mit Rundrücken und schlechter Bauchatmung. Außerdem können Triggerpunkte (druckschmerzhafte Punkte in einem verspannten Muskelfaserbündel) in der Nähe ihres Ansatzes am Schambein ein Gefühl von Blasenschmerz und Harndrang auslösen. Auch das Bindegewebe auf dem geraden Bauchmuskel kann an Regelschmerzen beteiligt sein, weil es verfilzt und verspannt ist und Schmerzreize sendet.

c) Hüftbeuger wie der Iliopsoas-Muskel und der Pectineus

Sie können Schmerzen im Becken und dem Unterbauch, auslösen, die bis in die Vorderseite der Oberschenkel ausstrahlen. Beine übereinanderschlagen, stundenlanger Schneidersitz und Sitzen mit angezogenen Beinen sind dafür die Ursachen. Der Iliopsoas kann außerdem Rückenschmerzen verursachen und im Bauch fühlen sich die Beschwerden an wie Eierstockschmerzen (er liegt direkt neben den Eierstöcken) oder Darmschmerzen. Der Pectineus kann auch Schambein- oder Leistenschmerzen verursachen.

d) Der gesamte Beckenboden

Ein chronisch verkrampfter Beckenboden kann auch außerhalb der Periode weh tun, das versteht sich. Krampfen dann durch die Prostaglandine noch zusätzlich die Muskeln und Bänder der Gebärmutter, können extreme Schmerzen im „Unterleib“ und Genital entstehen.
Manuelle Therapie kann helfen, allmählich wieder die Kontrolle über den Beckenboden zu gewinnen und zu lernen, ihn bewusst zu entspannen. Körperübungen und Entspannungen tragen ebenfalls dazu bei. Bitte keine Kegelübungen machen und kein „Beckenbodentraining“. Oder würden Sie sich besser fühlen, wenn Sie bei Überlastung eine zusätzliche Aufgabe bekommen? Wohl kaum. Und so geht es auch dem Beckenboden und allen überlasteten Muskeln: Bewegung ja gerne! Entspannung Willkommen!

Test: Können Ihre verspannten Muskeln und Faszien Ihre Regelschmerzen auslösen?

Wenn Sie wissen wollen, ob auch Ihre Regelschmerzen muskulär oder myofaszial bedingt sein können, machen Sie zwei Dinge:

1. Fassen Sie die Gewebe an schmerzenden Stellen außen am Unterbauch, dem Schambein, der Leiste oder auch im Bereich der Schamlippen zwischen Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff). Dann rollen Sie das Gewebe ohne es loszulassen hin und her. Tut das weh? Machen Sie den Vergleich mit anderem Gewebe und zwar dort, wo keine Regelschmerzen sind. Am Unterarm zum Beispiel. Fühlt sich das gleiche dort ganz anders an, nämlich nur wie ein Druck und nicht wie ein schmerzhaftes Kneifen? Wenn ja, wissen Sie, dass verklebtes Bindegewebe (Faszien) die Ursache sein kann.
2. Drücken Sie mit Ihrem Daumen auf eine schmerzende Stelle und stellen Sie fest, ob dies den Schmerz zunächst verstärkt. Atmen Sie langsam und normal ein und aus und bleiben Sie für ca. 60 Sekunden auf dieser Stelle. Wird es dann besser? Nehmen Sie den Druck weg und streichen kurz sanft über die Stelle. Fühlt es sich schon besser an? Wenn ja: Gratulation, denn Sie haben gerade eigenhändig einen Triggerpunkt behandelt und deaktiviert! 

Kann ich mich auf muskulär bedingte Regelschmerzen untersuchen lassen?

Wir heißen Sie herzlich in unserer körpertherapeutischen Praxis in Saarbrücken oder Deidesheim willkommen. Hier können fachkundige Pohltherapeuten eine Einschätzung bieten. Im Rahmen unseres Termins besprechen wir außerdem geeignete Maßnahmen zur Behandlung der Regelschmerzen – in Form einer Therapie vor Ort oder für die Selbsthilfe gegen Regelschmerzen daheim.

Keine Zeit für einen Termin vor Ort? Nutzen Sie unsere Online-Sprechstunde!

Praxis Saarbrücken

Renate Bruckmann
Heilpraktikerin
Pestelstr. 4
66119 Saarbrücken
Telefon: 0681 / 954 10 951
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Praxis Deidesheim

Sprechstunde: Do. + Fr. 

Renate Bruckmann
Heilpraktikerin
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