Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu manuellen Therapieformen in der Praxis Bruckmann

Der von Fachärztinnen und Fachärzten geprüfte Artikel „Faszien und Beschwerden: Ein evidenzbasiertes Plädoyer für manuelle Therapie“ von Tilo Mörgen untersucht die Rolle von Faszien bei anhaltenden Schmerzen und funktionellen Beschwerden. Faszien sind Bindegewebsstrukturen, die Muskeln, Organe und Nervenfasern umhüllen sowie miteinander verbinden. Der Fachbeitrag legt dar, wie myofasziale manuelle Therapien bei vielen funktionellen Beschwerden unterstützend wirken können, und beleuchtet die zentralen Wirkmechanismen.

Häufige Fragen zu Faszien & manueller Therapie (hier aufklappen)

1. Welche Rolle spielen Faszien bei chronischen Beschwerden des Bewegungssystems?

Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten weisen darauf hin, dass bei rund 30 % der anhaltenden muskuloskelettalen Beschwerden eine myofasziale Beteiligung vorliegen kann. Verklebte oder unnachgiebige Faszienschichten können die Gleitfähigkeit des Gewebes und die Körperwahrnehmung (Propriozeption) beeinträchtigen.

2. Was bedeuten die „BIG FIVE“ in der myofaszialen Behandlung der Praxis Bruckmann?

Die „BIG FIVE“ beschreiben fünf spezifische manuelle und aktive Zugangswege, mit denen unterschiedliche Sinnesrezeptoren im Fasziennetzwerk (Golgi-, Pacini-, Ruffini-Rezeptoren sowie freie Nervenendigungen) und die oberflächlichen Faszienschichten gezielt angesprochen werden, um Gewebespannungen zu regulieren.

3. Warum werden manuelle Grifftechniken mit aktiver Bewegung wie Pandiculation kombiniert?

Viele Rezeptoren im Bindegewebe – insbesondere Golgi-Rezeptoren und freie Nervenendigungen – reagieren besonders intensiv, wenn das Gewebe unter aktiver muskulärer Vorspannung bewegt wird. Die Kombination aus manueller Behandlung und Pandiculation nach Thomas Hanna unterstützt daher eine nachhaltige neuromuskuläre Regulation.

4. Wie wirkt sich eine langsame, scherende Faszienbehandlung auf das Nervensystem aus?

Langsame, scherende Berührungen sprechen vor allem die Ruffini-Rezeptoren in den Faszien an. Deren Aktivierung wird in der Faszienforschung mit einer beruhigenden Wirkung auf das vegetative Nervensystem (Förderung des Parasympathikus) und einem begleitenden Stressabbau in Verbindung gebracht.

Drei wichtige Punkte zur Orientierung

  1. Faszien als reichhaltiges Sinnesorgan: Das fasziale Bindegewebe ist dicht mit spezialisierten Mechanorezeptoren und freien Nervenendigungen durchzogen, die maßgeblich unsere Körperwahrnehmung (Propriozeption) und Gewebespannung steuern.
  2. Differenzierte Reize durch die „BIG FIVE“: Je nach Gewebeschicht und Rezeptortyp kommen im therapeutischen Prozess unterschiedliche Techniken zum Einsatz – von langsamen Scherbewegungen über sanfte Vibration bis zur aktiven Pandiculation.
  3. Evidenzbasierte und fachärztlich geprüfte Aufklärung: Der zugrunde liegende Fachartikel stützt sich auf aktuelle systematische Reviews und wurde von drei erfahrenen Ärztinnen und Ärzten fachlich geprüft.

Wichtiger Hinweis zur fachärztlichen Abklärung: Bei neu auftretenden, akuten oder unklaren Beschwerden sollte vor Beginn einer manuellen Körpertherapie stets eine fachärztliche Untersuchung erfolgen, um strukturelle oder organische Ursachen abzuklären.

Die BIG FIVE der Praxis Bruckmann

Moderne Faszienforschung zeigt, dass das Bindegewebe je nach Art der mechanischen Einwirkung unterschiedlich reagiert. In unserer Praxis kombinieren wir fünf aufeinander abgestimmte Behandlungsprinzipien, um das Gewebe geschmeidiger zu machen und Spannungen zielgerichtet zu regulieren:

Fünf therapeutische Zugangswege zum myofaszialen System

  1. Erstens – Pandiculation und aktive Kontrahierung: Diese Technik zielt darauf ab, die Golgi-Rezeptoren anzusprechen, indem die verlängerten Muskelfasern für einige Momente aktiv kontrahieren oder der Dehnung vorübergehend einen kontrollierten Widerstand entgegensetzen. Dies lässt sich durch exzentrische Übungen oder durch Pandiculations nach Thomas Hanna unterstützen.
  2. Zweitens – Wechsel von Druckänderung und Vibration: Pacini-Rezeptoren reagieren besonders sensibel auf Druckänderungen und feine Vibrationen. Im therapeutischen Prozess können sanftes Schaukeln und abgestimmte Vibrationen die regionale Propriozeption (Körperwahrnehmung) sowie die physiologische Eigenregulation der extrazellulären Matrix der Faszien fördern.
  3. Drittens – Langsames Drücken oder Gleiten: Ruffini-Rezeptoren sprechen bevorzugt auf langsame, beständige Berührungen und sanfte Scherbewegungen der Faszienfasern an. Diese Arbeitsweise, die unter anderem auch im Rolfing genutzt wird, kann beruhigende parasympathische Effekte im Sinne eines begleitenden körpertherapeutischen Stressabbaus unterstützen.
  4. Viertens – Freie Nervenendigungen (Spannung und Bewegung kombinieren): Freie Nervenendigungen werden am effektivsten angesprochen, wenn das Fasziengewebe durch eine gezielte Muskelkontraktion bereits leicht vorgespannt ist. Techniken wie Pandiculations, exzentrische Bewegungsabläufe und eine aktive Triggerpunktbehandlung (unter Einbezug gezielter Bewegung) können hierbei unterstützend eingesetzt werden.
  5. Fünftens – Oberflächliche Faszien (Festes, langsames Gleiten oder Rollen): Die Scherbeweglichkeit zwischen den verschiedenen Faszienschichten lässt sich durch langsames, dosiertes Gleiten und Streichen begleiten. Ergänzend zur manuellen Behandlung mit den Händen können hierfür auch Hilfsmittel wie Gua-Sha-Instrumente, Faszientools oder abgerundete Streichinstrumente genutzt werden.

Weitere Themenbereiche des Artikels

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Auswertung

  • Myofasziale Beteiligung bei chronischen Beschwerden: Aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass etwa 30 % der anhaltenden muskuloskelettalen Beschwerden eine myofasziale Komponente aufweisen können. Jüngere systematische Reviews liefern fundierte Hinweise auf den unterstützenden Nutzen manueller Verfahren bei myofaszial bedingten Spannungsmustern.
  • Aufbau, Sensorik und Geweberegeneration: Der Fachbeitrag beschreibt verschiedene Typen von Faszien sowie deren Aufgaben – einschließlich ihrer sensorischen Eigenschaften und ihrer Rolle bei der natürlichen Gewebserneuerung. Zudem wird die Bedeutung von Faszienmobilität und Propriozeption (Körperwahrnehmung) erläutert.
  • Moderne Diagnostik und Forschung: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Fortschritte in der hochauflösenden Bildgebung (wie Ultraschall-Elastografie) ermöglichen heute eine wesentlich genauere Untersuchung der Faszien und ihrer Gleitfunktionen.
  • Praktischer Transfer in die manuelle Therapie: Der Artikel schließt mit praxisnahen Folgerungen für die körpertherapeutische Begleitung. Die vorgestellten Techniken zielen darauf ab, das Gewebe geschmeidiger zu machen, die Gleitfähigkeit der Faszienschichten zu fördern, die Propriozeption zu schulen und Spannungen nachhaltig zu reduzieren.

Vollständigen Fachartikel lesen & fachärztliche Expertenprüfung

Sie können den gesamten Beitrag inklusive aller Studienverweise und Grafiken direkt online aufrufen oder als PDF-Dokument herunterladen:

Die fachärztliche Prüfung des Artikels erfolgte durch:

  • Prof. Dr. Hajo Schneck (Arzt für Anästhesiologie, Schmerztherapie)
  • Dr. Petronela Monticelli-Mayer, M.D. (Fachärztin für Plastische Chirurgie)
  • Dr. Evelyn Bittner (Ärztin für Allgemeinmedizin, Anästhesie, Pohltherapeutin®)

Ihr nächster Schritt: Abklärung & Begleitung in der Praxis Bruckmann

Wir begleiten Sie individuell durch manuelle Tastbefundung, myofasziale Behandlung und angeleitete Körperübungen.

1. Untersuchung vor Ort & Online-Sprechstunde

In einer sorgfältigen manuellen Tastbefundung erfassen wir Ihre individuellen myofaszialen Spannungsmuster und Bewegungsmöglichkeiten:

  • Praxis Saarbrücken: Pestelstr. 4, 66119 Saarbrücken
  • Praxis Neustadt: Hauptstr. 93–95, 67433 Neustadt a. d. Weinstraße

2. Selbsthilfe: Buch, Kurse & App

Vertiefen Sie Ihre Körperwahrnehmung und unterstützen Sie die Geschmeidigkeit Ihres Fasziengewebes im Alltag:

  • App GesundMove: Kostenlose Übungsanleitungen (Pandiculations & Selbsthilfe)
  • Fachpublikationen & Kurse: Evidenzbasierte Begleitmaterialien unserer Praxis
Telefonische Terminvereinbarung: 0681 / 954 10 951 (Mo–Do von 12:30 bis 14:30 Uhr)
Literaturnachweis & wissenschaftliche Grundlagen (hier aufklappen)
  • Mörgen T (2025): Faszien und Beschwerden – Ein evidenzbasiertes Plädoyer für manuelle Therapie (mit vollständigem Quellenverzeichnis zu aktuellen systematischen Reviews aus der internationalen Faszienforschung). Zum vollständigen Online-Artikel | PDF-Download.
  • Schleip R (2003 / 2025): Fascial plasticity – a new neurobiological explanation (Mechanorezeptoren im Fasziengewebe: Golgi-, Pacini-, Ruffini-Rezeptoren und interstitielle freie Nervenendigungen) sowie weiterführende Arbeiten zur myofaszialen Geweberegulation.
  • Stecco C, Stecco A, Wilke J, Langevin HM: Wissenschaftliche Grundlagen zur Gleitfähigkeit oberflächlicher und tiefer Faszienschichten, zur Propriozeption sowie zur Rolle des Bindegewebes bei funktionellen Beschwerden (ausführlich zitiert im verlinkten Hauptartikel).

Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und Weiterbildung. Sie stellen keine individuelle medizinische Beratung dar und geben ausdrücklich kein Heil- oder Wirkversprechen ab. Unsere manuelle Tastbefundung und körpertherapeutische Begleitung ersetzen bei akuten oder unklaren Beschwerden keine fachärztliche Abklärung. Weitere Details finden Sie in unserem

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Sprechstunden: Mo.- Mi. nach Vereinbarung

Renate Bruckmann
Heilpraktikerin
Pestelstr. 4
66119 Saarbrücken
Telefon: 0681 / 954 10 951
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