Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® | Praxis Bruckmann
Brustkorbschmerzen & Brustwandsyndrom: Wenn das Herz gesund ist, der Brustkorb aber schmerzt und sticht
Ein plötzliches Stechen in der Brust beim Einatmen, ein dumpfer, beklommener Druck auf dem Brustbein, brennende Schmerzen entlang der Rippen oder das Gefühl, als läge ein "eiserner Reifen" um den Oberkörper: Schmerzen im Brustkorb lösen verständlicherweise oft große Sorge aus, es könne etwas mit dem Herzen oder der Lunge nicht stimmen. Wenn die kardiologische und internistische Untersuchung jedoch Entwarnung gibt ("Ihr Herz und Ihre Lunge sind völlig gesund"), steckt hinter den Beschwerden meist ein myofasziales Brustwandsyndrom. In der Praxis Bruckmann (in Saarbrücken und Neustadt an der Weinstraße) lösen wir die verantwortlichen Muskel- und Faszienverspannungen an Brustkorb, Rippen, Bauchdecke und Rücken gezielt mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® (Pohltherapie®).
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Brustkorbschmerzen, Brustwandsyndrom & Pohltherapie® (hier aufklappen)
1. Was ist ein Brustwandsyndrom und warum fühlt es sich oft wie Herzschmerzen an?
2. Was steckt hinter Diagnosen wie "Interkostalneuralgie" oder "Tietze-Syndrom" (Costochondritis)?
3. Warum verstärken sich Brustkorbschmerzen oft beim tiefen Einatmen, Husten oder im Sitzen?
4. Warum ertrage ich keinen BH oder enge Kleidung mehr um den Brustkorb?
5. Wie werden Brustkorbschmerzen in der Praxis Bruckmann mit der Pohltherapie® behandelt?
6. Welche Übungen helfen zu Hause bei Brustkorbschmerzen und Engegefühl?
1. Kennen Sie das? Typische Symptome bei Brustkorbschmerzen & Brustwandsyndrom
Nach einer unauffälligen Untersuchung von Herz, Lunge und Magen stehen viele Betroffene ratlos vor ihren anhaltenden Beschwerden. In unserer Praxis schildern Patientinnen und Patienten besonders häufig folgende Symptome:
- Stechen oder Druck auf der Brust (oft linksseitig): Schmerzen in der linken Brustseite, hinter dem Brustbein oder mit Ausstrahlung in die Schulter und den linken Arm – obwohl EKG, Belastungs-EKG und Herz-Ultraschall keinerlei krankhaften Befund zeigen (funktionelle Herzbeschwerden / Pseudo-Angina-pectoris).
- Schmerzen zwischen den Rippen (Interkostalneuralgie): Ein scharfes, messerstichartiges Ziehen oder Brennen entlang einzelner Rippenbögen – oft verstärkt beim tiefen Einatmen, Husten, Niesen, Lachen oder beim Umdrehen im Bett.
- Druckschmerzhaftes Brustbein (Tietze-Syndrom / Costochondritis): Die Übergänge zwischen Brustbein (Sternum) und Rippenknorpeln oder die Brustbeinspitze (Schwertfortsatz) schmerzen schon bei leichter Berührung.
- Gefühl eines "eisernen Reifens" oder Panzers: Der gesamte Brustkorb fühlt sich eng, steif und wie eingeschnürt an, verbunden mit dem Gefühl, nicht richtig tief durchatmen zu können (Lufthunger, Gähnzwang).
- Unverträglichkeit von BH-Bändern oder engen Gurten: Schon der sanfte Druck eines BHs, eines Pulsgurtes oder des Sicherheitsgurtes im Auto löst auf den Rippenbögen brennende Schmerzen, Übelkeit oder Atemenge aus.
- Gleichzeitige Schmerzen im oberen Rücken & Oberbauch: Häufig zieht der Schmerz von vorne wie ein Spieß bis nach hinten zwischen die Schulterblätter (BWS-Schmerzen) oder verbindet sich mit einem unangenehmen Druck im Oberbauch (direkt unter dem Rippenbogen).
2. Welche Muskeln und Faszien lösen Brustkorbschmerzen aus?
Unser Brustkorb ist kein starrer Knochenkäfig, sondern ein hochbewegliches Geflecht aus Rippen, Knorpeln, Gelenken, Faszien und zahlreichen Muskelschichten, das sich rund 20.000-mal am Tag mit jedem Atemzug weiten und wieder zusammenziehen muss. In der Pohltherapie® finden wir die Ursachen von Brustkorbschmerzen vor allem in vier Gewebestrukturen:
a) Großer & kleiner Brustmuskel (M. pectoralis)
Wenn wir stundenlang mit nach vorne gezogenen Schultern am PC, Laptop oder Smartphone arbeiten, verkürzen sich der große und kleine Brustmuskel (M. pectoralis major & minor). Aktive Triggerpunkte in diesen Muskeln strahlen täuschend echt in die vordere Brust, hinter das Brustbein und bis in die Innenseite des Arms aus (Travell & Simons, 2000; Lawson et al., 2011). Auf der linken Körperseite fühlt sich dies exakt wie ein Herzschmerz an.
b) Zwischenrippenmuskeln (Mm. intercostales)
Zwischen allen zwölf Rippenpaaren verlaufen die feinen äußeren und inneren Zwischenrippenmuskeln, unterstützt vom seitlichen Sägemuskel (M. serratus anterior). Geraten diese Muskeln durch schiefes Sitzen, starkes Husten, Stressatmung oder einseitige Belastungen in eine Dauerkontraktion, ziehen sie die Rippen eng zusammen, reizen die Zwischenrippennerven (Interkostalneuralgie) und lassen den Brustkorb bei jeder Bewegung stechen.
c) Gerade & schräge Bauchmuskeln & Zwerchfell
Ein oft übersehener Zusammenhang: Der gerade Bauchmuskel (M. rectus abdominis) und die schrägen Bauchmuskeln setzen oben direkt am Brustbein (Schwertfortsatz) und an den unteren Rippenbögen an. Wer ständig zusammengesunken im Rundrücken sitzt (das sogenannte "Stoppmuster") oder chronisch den Bauch einzieht, übt permanenten Zug nach unten auf das Brustbein und die Rippenknorpel aus – und blockiert gleichzeitig das Zwerchfell.
d) Brustfaszie & Unterhautbindegewebe
Über dem gesamten Brustbein, den Rippenknorpeln und unter der Brust liegt ein dichtes Netz aus Faszien und Unterhautbindegewebe, das reich an sensiblen Schmerzrezeptoren ist. Ist dieses Bindegewebe verdichtet und verfilzt, entsteht ein brennender, wunder Oberflächen- oder Tiefenschmerz – weshalb Betroffene oft keinen BH und keine Berührung am Rippenbogen mehr ertragen.
3. Der Teufelskreis aus Brustkorbschmerz, flacher Atmung und Angst
Brustkorbschmerzen sind fast immer eng mit der Atmung und dem vegetativen Nervensystem verknüpft: Tut das Einatmen weh oder fühlt sich der Brustkorb wie zugeschnürt an, atmet man unwillkürlich noch flacher und vorsichtiger (Schonatmung). Gleichzeitig löst ein stechender oder drückender Schmerz in der Herzgegend oft sofort innere Unruhe oder Angst aus.
Durch diese Sorge spannt der Körper unbewusst die Brust-, Bauch- und Nackenmuskeln noch stärker an: Der Brustkorb wird noch enger, der Herzschlag beschleunigt sich und der Schmerz nimmt weiter zu. Sobald unsere Patientinnen und Patienten in der Untersuchung jedoch spüren, dass wir exakt ihren bekannten "Herz-" oder "Rippenschmerz" durch sanften Fingerdruck auf einen verspannten Muskelpunkt von außen auslösen – und wieder auflösen! – können, weicht die Angst einer großen Erleichterung.
4. Selbsttest: Kommen Ihre Brustkorbschmerzen von Muskeln und Faszien?
Wenn Herz und Lunge ärztlich untersucht und für gesund befunden wurden, können Sie mit diesen drei einfachen Tests prüfen, ob ein myofasziales Brustwandsyndrom vorliegt:
- Der Hautfalten-Test über Brustbein & Rippen (Pinzettengriff):
Heben Sie vorsichtig eine kleine Haut- und Unterhautfalte direkt über Ihrem Brustbein, unterhalb der Brust oder auf dem schmerzenden Rippenbogen zwischen Daumen und Zeigefinger ab und rollen Sie diese sanft hin und her. Fühlt sich das Gewebe dort fest, kaum verschiebbar und überraschend schmerzhaft oder "brennend" an (im Vergleich zur Haut am Unterarm)? Dann ist Ihr Bindegewebe (Faszien) auf dem Brustkorb stark verspannt. - Der Zwischenrippen- & Brustmuskel-Tasttest:
Fahren Sie mit einer Fingerkuppe mit sanftem Druck in den schmerzhaften Zwischenrippenraum oder tasten Sie den Brustmuskel (zwischen Brustbein und vorderer Achselhöhle) ab. Treffen Sie dabei auf kleine, verhärtete Stellen, die bei Druck genau Ihren bekannten stechenden oder ziehenden Brustkorbschmerz reproduzieren? Das sind myofasziale Triggerpunkte. - Der Haltungs- und Atem-Vergleich:
Sinken Sie im Sitzen einmal bewusst nach vorne zusammen (Rundrücken, Schultern nach vorne) und versuchen Sie tief einzuatmen: Sie spüren sofort den Druck auf Brustbein und Rippen. Richten Sie sich nun sanft aus dem Becken heraus auf, lassen Sie Schultern und Bauchdecke los und atmen Sie ruhig durch die Nase ein: Der Brustkorb hat sofort deutlich mehr Raum.
5. Behandlung mit der Pohltherapie®: Wie wir Ihren Brustkorb nachhaltig befreien
In unseren Praxen in Saarbrücken und Neustadt an der Weinstraße betrachten wir Brustkorbschmerzen immer im Gesamtzusammenhang mit Ihrer Körperhaltung, Ihrer Atmung, dem Bauchraum und dem Rücken. Mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® (Pohltherapie®) gehen wir in vier aufeinander abgestimmten Schritten vor:
Manuelle Punkt- & Bindegewebsbehandlung
Wir lösen behutsam die schmerzhaften Triggerpunkte und Faszienverklebungen auf dem Brustbein, in den Brustmuskeln, in den Zwischenrippenräumen, am unteren Rippenbogen (Zwerchfellansatz), an der Bauchdecke sowie am oberen Rücken zwischen den Schulterblättern.
Pandiculations (Geführte Bewegungen)
Mithilfe sanft geführter Bewegungen (Pandiculations) auf der Behandlungsliege lernt Ihr Nervensystem, die unbewusst festgehaltene Brustkorb-, Schulter- und Bauchmuskulatur wieder aktiv loszulassen, sodass sich die Rippen bei der Atmung und Drehung wieder mühelos weiten können.
Somatische Atem- & Brustkorbübungen
Sie erlernen wohltuende, sanfte Körperübungen für zu Hause, die den Brustkorb geschmeidig halten, die natürliche Zwerchfell- und Bauchatmung befreien und den Zug der Bauchdecke vom Brustbein nehmen.
Körperbewusstseinstraining im Alltag
Gemeinsam decken wir auf, in welchen Alltagssituationen (am Schreibtisch, beim Autofahren, bei Kälte oder unter Zeitdruck) Sie im Brustkorb einsinken, den Bauch einziehen oder die Luft anhalten – damit die Schmerzen gar nicht erst wiederkehren.
Ihr nächster Schritt: Den Brustkorb wieder frei und schmerzfrei bewegen
Wenn Herz und Lunge ärztlich untersucht wurden und ohne Befund sind, unterstützen wir Sie in der Praxis Bruckmann mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® (Pohltherapie®) vor Ort sowie mit unseren Programmen zur Selbsthilfe:
1. Behandlung vor Ort & Online-Sprechstunde
Lassen Sie sich an unseren Standorten in Saarbrücken (Pestelstr. 4) oder Neustadt an der Weinstraße (Hauptstr. 93–95) gründlich untersuchen und behandeln – oder nutzen Sie unsere persönliche Online-Sprechstunde.
Praxistermin buchen Online-Sprechstunde2. Selbsthilfe: Bücher, Kurse & App GesundMove
Werden Sie zu Hause aktiv mit unseren Büchern ("Rückenschmerzen selbst behandeln" & "Kloß im Hals" von Renate Bruckmann & Tilo Mörgen) sowie der kostenlosen App GesundMove.
Kostenlose App GesundMove Unsere FachbücherTelefonische Terminvereinbarung & Beratung: 0681 / 954 10 951 (Mo–Do von 12:30 bis 14:30 Uhr)
Wissenschaftliche Quellen & weiterführende Fachliteratur zum Brustwandsyndrom (hier aufklappen)
- Bruckmann, R. & Mörgen, T. (2021): Rückenschmerzen selbst behandeln mit der Pohltherapie – Mit einfachen Übungen endlich schmerzfrei werden. Droemer Knaur Verlag, München.
- Bruckmann, R. & Mörgen, T. (2024): Kloß im Hals – Effektive Übungen, Alltagstipps und Selbstbehandlungen für einen beschwerdefreien Hals und Nacken. Droemer Knaur Verlag, München.
- Lawson, G. E., Hung, L. Y., Ko, G. D., & Laframboise, M. A. (2011): A case of pseudo-angina pectoris from a pectoralis minor trigger point caused by cross-country skiing. Journal of Chiropractic Medicine, 10(3), 173–178. https://doi.org/10.1016/j.jcm.2011.01.008
- Pohl, H. (2010): Unerklärliche Beschwerden? Chronische Schmerzen und andere Leiden körpertherapeutisch verstehen und behandeln. Knaur MensSana, München.
- Travell, J. G. & Simons, D. G. (2000): Handbuch der Muskel-Triggerpunkte: Obere Extremität, Kopf und Rumpf. Urban & Fischer / Elsevier, München.




